Alessandro Casciaro
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Giovanni
Manfredini

Alessandro Casciaro
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Der Künstler hat neue, (auch medial und installationsmäßig) Positionen eingebracht. Alle seine Werke kreisen um das Thema des verletzten aber auch des werdenden wie des gefährdeten Körpers. In der Serie der Tondi geht es ihm einerseits um ein kosmologisches Thema wie auch das der Geburt, des embryonalen Zustandes. In der von hinten mit scharfen Messern durchschnittenen Leinwand kehrt er das Prinzip Fontanas um, dringt in den Raum ein, gefährdet den Betrachter. Die Leinwand wird zur Haut. In vielen seiner monographischen Präsentationen hat der Künstler ganz bewusst in einem Raum, dem White Cube, nur eine Arbeit präsentiert. Damit schuf er Situationen wie wir sie auch von religiösen Orten, Kirchen und Kapellen kennen. Dort nimmt uns wie hier ein zentrales Bild oder eine zusammengehörige Gruppe von Bildern unsere Aufmerksamkeit gefangen. Das Schwarz/Weiß des Bildes steigert den Eindruck und fordert uns zur Medidation, zum Nachdenken auf. Die Stille des Raumes steht in einem Kontrast zu der Darstellung des Dramas im Bilde. Auch hier ist der Vergleich mit einem religiösen Andachtsraum nicht abwegig wo wir sehr of die grausamen Leiden der Heiligen, der Märtyrer, aber auch das Leiden Christi in uns aufnehmen. Der Zeitpunkt für eine Präsentation von Manfredini in Bozen scheint mir gut gewählt. Denn die Passion Manfredinis, Trauma seines Lebens, aber auch zentrales Thema seiner Bilder wird in ein Verhältnis zum Leiden Christi gesetzt. In diesen Bildern können wir eine ikonographische Genealogie aufzeigen, die von den qualvollen Enthäutungen des Marsyas, der Apollo herausgefordert hatte und ihm unterlegen war, bis hin zu den Märtyrerszenen der abendländischen Kunst reicht. Die Qualität der Arbeit Manfredinis besteht vor allem in der Tatsache, dass wir ihr formal und inhaltlich auf unterschiedlichen Ebenen nähern können. Die nicht selten lebensgroßen Figuren können als Selbstdarstellungen des Künstlers gesehen werden und in der Tat ist Manfredini Subjekt und Objekt seiner Kunst. Sie besitzen die Authentizität, welche sich von der zugrunde liegenden Photographie ableitet, die er in ein schwarz/weißes malerisches Bild überführt. Manfredini transzendiert die Aufnahme und lässt den oft fragmentierten Körper in einem weiß leuchtenden, intensiven Licht verglühen.
Wir lesen also diese Arbeiten einerseits auf dem Hintergrund der italienischen Kunstgeschichte, ihre radikale Entblößung und das extreme Hell/Dunkel sind Erbe Caravaggios. andererseits jedoch auch als eine Bewältigung des biographischen Traumas, welches der Künstler, der gezeichnete Künstler noch heute von der Erfahrung der Todesnähe geprägt,  in jeder Arbeit aufs Neue thematisiert. Diese Arbeiten haben Anteil an der Tradition der Körperkunst wie auch der Körpersprache der antiken Skulptur und der abendländischen, sprich italienischen Malerei. Der Körper im Exzess teilt sich mit, präsentiert sich mit einer ekstatischen Leidenschaftlichkeit, öffnet sich, bietet sich an und wird in dieser Ekstase wie ein Falter im Licht von diesem verzehrt.
 
Peter Weiermair

Biografie

Giovanni Manfredini wurde 1963 in Pavullo nel Frignano, in der Provinz Modena, geboren. Er hatte Einzelausstellungen in Madrid, Neapel, Mailand, Rom, Berlin, Basel, Bern, London, Frankfurt und Stuttgart und nahm an zahlreichen privaten und institutionellen Gruppenausstellungen sowie an der 54. Biennale von Venedig und dem MoMA PS1 (New York) teil, Stedelijk Museum (Amsterdam), SMAK (Gent), Kaiserdome Frankfurt, Kunstmuseum Bonn (Deutschland), Fukuyama Museum of Art (Japan), Galleria d'Arte Moderna di Bologna (Italien) und MART di Trento e Rovereto (Italien).
Seine Werke wurden während der 56. Biennale von Venedig neben denen von Caravaggio in der Cerasi-Kapelle in Santa Maria del Popolo in Rom ausgestellt. Außerdem präsentierte er das Stabat Mater Dolorosa in der Stiftung Giorgio Cini (Insel San Giorgio Maggiore) mit dem von Ennio Morricone für das Werk geschaffenen Soundtrack. Er lebt und arbeitet derzeit in Pavullo nel Frignano (MO).
 
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