Alessandro Casciaro
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Francesco
Bocchini

La costruzione del piacere

15.11. 14.12.2019
Alessandro Casciaro
Art Gallery
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Im Werk von Francesco Bocchini wechselt die Behandlung von Eros und Thanatos sich ständig ab. Einerseits herrscht eine bahnbrechende Vitalität – ein Wechselspiel aus körperlichen und geistigen Bewegungen, das den Zuschauer immer wieder in seinen Bann reißt; andererseits ist Bocchini kein Künstler, der um jeden Preis gefallen will. Sowohl in den Mechanismen als auch in den letzten, wunderschönen Werken auf Papier bietet die Wiederverwendung bestehender, bereits gelebter Bilder und Materialien die Gelegenheit, versteckte Pulsationen, schlecht zurückgehaltene Instinkte der Gesellschaft zu befreien. Aus diesem Grund hat Bocchini, der Meister des Recyclings – von den gebrauchten Kartonen für den Textildruck in Gambettola bis hin zu den Verschrottungsblechen in der Romagna – immer ein eigenes, magisches, anarchisches Universum geschaffen, das sowohl von der Geschichte als auch von der gehobenen Kultur, aber auch von der Volkskultur geprägt wird. Es findet in seinem Werk auch eine Koine statt, in der Sprachen miteinander verschmelzen: Italienisch, Französisch oder Deutsch mischen sich in einer Allgegenwart der Elemente, die miteinander in steter Spannung stehen. Bei den oft großformatigen Papierarbeiten nimmt die Farbe vage, drohende Grundierungen an, die Bilder sind Ausschnitte, Schnipsel alter Zeitungen, wiederverwendete Fotos, Überbleibsel eines öffentlichen Gedenkens, das der Vergesslichkeit der Zeit überlassen wurde. Außerdem wendet der Künstler an den Gesichtern Verdunkelungsformen an, die an die Fotos von John Baldessari erinnern, den großen amerikanischen Künstler und Fotografen mit Trentiner Wurzeln. Eine Form der psychoanalytischen Zensur oder eine Art, etwas hervorzuheben, indem man es versteckt. Die Lust ist also nicht nur die des Eros, der dennoch in vielen ausgestellten Werken präsent ist, sondern auch die des Textes, um einen Essay von Roland Barthes zu zitieren. Francesco Bocchini besitzt nämlich eine unablässige erzählerische Kraft, er ist ein aufmerksamer Leser, der visuelle Erzählungen aufbaut. In seinen Werken entgeht einem immer etwas, oder es wird gelöscht – etwas, das uns neugierig macht, noch einmal hinzuschauen und mehr darüber zu erfahren. Der Künstler baut Mechanismen, visuelle oder reelle, doch es handelt sich auf jeden Fall um Maschinen, die Sinn und Lust hervorrufen. Auch dann, wenn seine langen, handschriftlichen Personenlisten an Mitschriften für einen Friedhof kleiner und großer Helden denken lassen. Seine Kunst holt immer tief Atem, und der Zuschauer vervollständigt das Werk mit seinen Fragen, mit den tausend Fragezeichen, die die Werke von Francesco Bocchini aufwerfen, indem sie das Unterbewusstsein dazu anregen, sich zu offenbaren.
 
Valerio Dehò

Francesco Bocchini, 1969 in Cesena geboren, ist Bildhauer und bildender Künstler. Von 1992 bis 1995 arbeitet er mit dem Teatro Valdoca in Cesena zusammen und kreiert Skulpturen und Installationen für die Theatervorstellungen. 1995 gründet er das Theater REBU und gestaltet Performances und visuelle Installationen. Anschließend arbeitet er mit der Accademia Perduta und anderen Gesellschaften zusammen, darunter Rio Rose und Bjorn Teatre in Dänemark und Dei Calci Teatro in Bologna. Er hat in der Accademia di Belle Arti in Bologna und in der Pinacoteca Nazionale ausgestellt und zahlreiche Personal- sowie Gruppenausstellungen in Italien und im Ausland verwirklicht.
 
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