Alessandro Casciaro
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Malala
Andrialavidrazana

Figures

15.02. 17.03.2018
Alessandro Casciaro
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Malala Andrialavidrazana,  die in Madagaskar geborenen und in Paris lebenden Künstlerin und Fotografin, präsentiert Figures, ihre erste Einzelausstellung in Bozen.

In der 2015 begonnenen Serie Figures verändert Andrialavidrazana jene allgemein gebräuchlichen und weit verbreiteten Darstellungen und Motive, die von den Kolonialmächten ab dem 19. Jahrhundert bis in unsere Tage verwendet wurden, um ihre Autorität auszuüben, radikal. Dieses Material – alte Landkarten, Banknoten, Briefmarken oder Plattenhüllen – wurde über Jahre direkt von Person zu Person an die nachfolgenden Generationen weitergegeben, über die geografischen Grenzen zwischen den verschiedenen Staaten hinweg. Mit Hilfe einer Fotokamera mit speziellen Vintage-Linsen, die in den 70er- und 80er-Jahren in Gebrauch waren, erfasst die Künstlerin die maßgeblichen Motive, löst sie aus den Originaldokumenten heraus und unterzieht sie anschließend einer minutiösen digitalen Bildbearbeitung. Die herausgelösten symbolischen Elemente werden auf verschiedenen Ebenen neu zusammengesetzt und übereinander gelegt und dadurch begrifflich in ein anderes Licht gerückt als in den konventionellen Darstellungen. Eine Landkarte neu zu zeichnen bedeutet für die Künstlerin, sich die Welt wieder anzueignen, sie zu besitzen und zu teilen, indem sie eine neue Geschichte erzählt. Die Arbeiten Malala Andrialavidrazanas bringen den Betrachter dazu, in Gedanken durch Orte und Zeiten zu reisen, neue Erzählweisen zu schaffen, Inspirationen zu verschmelzen und Stereotype zu überwinden. Sie regen ihn aber auch zu einer Reise in sich selbst an, um am Ende seine Bezugspunkte (wieder) zu erkennen und so die Möglichkeit zu schaffen, den Standpunkt zu wechseln und die Dinge von einer anderen Warte aus zu betrachten.

Malala Andrialavidrazana wurde 1971 in Madagaskar geboren und lebt seit 1980 in Paris. Sie ist eine visuelle Künstlerin mit einer Ausbildung in Architektur; 1996 hat sie ihr Studium an der Architekturschule École Nationale Supérieure d'Architecture de Paris La Villette abgeschlossen. Ihre Forschungen drehen sich um die Barrieren und Interaktionen zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten, die sie mit Hilfe der Fotografie erkundet. Die gesellschaftlichen Veränderungen und die räumlichen Strukturen in der globalisierten Welt stehen im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Suche. Malala untersucht die Zwischenräume und schlägt einen offenen Horizont vor, bei dem es keine Grenzen gibt.

Die Werke Malalas sind in zahlreichen internationalen Institutionen ausgestellt worden, darunter: Changjiang International Photography & Video Biennial (China 2017); Kalmar Konstmuseum (Schweden 2017); PAC (Milano, 2017); Lyon Biennial (Frankreich, 2017); Fondation Donwahi (Elfenbeinküste, 2016), Bamako Encounters (Mali, 2005/2015), Théâtre National de Chaillot (Frankreich, 2015), New Church Museum (Südafrika, 2014), La Maison Rouge (Frankreich, 2014), SUD Triennial (Camerun, 2013), Gulbenkian Foundation (Portugal/Frankreich, 2013), SAVVY (Deutschland, 2013), Focus Mumbai (Indien, 2013), Biennale Bénin (Benin, 2012), KZNSA (Südafrika, 2012), Tiwani (England, 2012), DIPE (Cina, 2011), Pan African Festival (Algerien, 2009), UCCA (China, 2008), Centrale Electrique (Belgien, 2007), Rencontres d’Arles (Frankreich, 2007), Herzliya Museum (Israel, 2007), Force de l’art (Frankreich, 2006). Ihre Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter: Aperture Foundation (USA), Antoine de Galbert (Frankreich) Doual’art (Camerun), National Gallery (Zimbabwe), Revue Noire (Frankreich).
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